06. November 2024 – Autor: Lukas Becker (PKV Experte)
Allianz GSB 100:
Warum dieser Premium-Tarif nicht für jeden die beste Wahl ist
Du überlegst, in die private Krankenversicherung zu wechseln und hast ein Angebot für den Allianz-Tarif "Mein Gesundheitsschutz Best GSB 100" auf dem Tisch? Auf den ersten Blick klingt das verlockend: Premium-Leistungen, flexible Upgrade-Optionen, umfassender Versicherungsschutz. Doch lohnt sich der Tarif wirklich – oder zahlst du am Ende drauf? In diesem Ratgeber erfährst du, wo die Stärken liegen, welche Schwächen du kennen solltest und für wen sich der Wechsel wirklich rechnet.
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Was steckt im Paket und was kostet es?
Der Allianz-Tarif setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: dem Basistarif GSB 70 mit zwei Upgrade-Stufen (GSB 90 und GSB 100), einem Zahntarif mit 100%iger Erstattung, der Pflegepflichtversicherung sowie einem Krankentagegeld ab dem 43. Tag in Höhe von 150 Euro. Die monatliche Gesamtprämie liegt bei rund 905 Euro. Klingt erstmal happig – aber etwa 82,7 % des Grundtarifs kannst du steuerlich absetzen. Die Upgrade-Optionen hingegen nicht. Das bedeutet: Du zahlst für den Luxus, den die Premium-Stufen bieten, aus der eigenen Tasche – ohne steuerlichen Vorteil. Nach Abzug des Arbeitgeberzuschusses von etwa 448 Euro bleibt ein Eigenaufwand von rund 457 Euro monatlich. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung sparst du damit gerade einmal 66 Euro – ein schmaler Vorteil, der sich schnell relativieren kann, wenn die Beiträge in den kommenden Jahren steigen.
Was leistet der Tarif im Alltag?
Der Grundtarif GSB 70 bietet dir 100 % Erstattung für ambulante Leistungen: Arztbesuche, Vorsorgeuntersuchungen, Heilpraktiker, Naturheilverfahren und Psychotherapie – alles ohne Einschränkungen dabei. Die Abrechnung erfolgt über den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), Heilmittel wie Physiotherapie werden mit 130 % der Bundesbeihilfesätze erstattet. Der Hilfsmittelkatalog ist offen, das heißt: Grundsätzlich sind viele Hilfsmittel versichert. Doch Vorsicht – bei teuren Anschaffungen wie Hörgeräten oder Perücken gibt es Kostengrenzen. Im Ernstfall bleibst du auf einem Teil der Kosten sitzen, was für einen Premium-Tarif enttäuschend ist. Besonders attraktiv ist die Beitragsrückerstattung: Wenn du im Jahr keine Leistungen in Anspruch nimmst, erhältst du gestaffelt bis zu 3,6 Monatsbeiträge zurück – ab dem vierten Versicherungsjahr. Kinder unter 21 Jahren bekommen sogar bis zu 4,2 Monatsbeiträge erstattet. Aber Achtung: Schon das Einreichen kleiner Vorsorgeleistungen kann diese Rückerstattung zunichtemachen.
Zahnarzt: Hier glänzt der Tarif mit Einschränkungen
Der Zahntarif "Mein Gesundheitsschutz Zahn 100" überzeugt auf dem Papier: 100 % Erstattung bei Zahnbehandlung, Zahnersatz, Implantaten, Inlays und Kronen. Kieferorthopädie ist bis zum 21. Lebensjahr abgedeckt – ein echter Pluspunkt für junge Familien. Allerdings gibt es eine Zahnstaffel, die vor allem in den ersten Jahren greift:
  • 1. Jahr: maximal 1.000 Euro Erstattung
  • 2. Jahr: maximal 2.000 Euro
  • Erste 3 Jahre: insgesamt maximal 4.000 Euro
Diese Staffelung ist moderat, aber wenn du direkt nach Vertragsabschluss größere Zahnarbeiten planst, kann das eng werden. Für einen Premium-Tarif wäre hier mehr Spielraum wünschenswert. Die Altersgrenze für den Abschluss liegt bei 64 Jahren – danach wird's schwierig.
Krankenhaus: Komfort ja, aber nicht ohne Tücken
Im stationären Bereich bist du als Privatpatient unterwegs: Ein- oder Zweibettzimmer und Behandlung durch den Chefarzt sind inklusive. Die Abrechnung erfolgt bis zum 2,5-fachen Satz der Gebührenordnung – das deckt die meisten Fälle ab, garantiert aber nicht immer volle Kostenübernahme. Ein Detail, das du kennen solltest: Wenn kein Einbettzimmer frei ist, landest du im Zweibettzimmer – ohne Ersatzanspruch. Du kannst also nicht nachträglich Geld zurückfordern. Auch bei der Unterbringung in Privatkliniken können Restkosten entstehen, die du selbst tragen musst. Für einen Tarif dieser Preisklasse ist das eher enttäuschend. Stationäre Psychotherapie wird vollständig erstattet, ebenso Transportkosten bis zu 100 Kilometer oder zum nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus. Begleitpersonen bei stationären Aufenthalten von Kindern bis 12 Jahre sind ebenfalls versichert – praktisch für junge Eltern.
Flexibilität und Optionen: Ein echter Vorteil
Ein echtes Plus des Tarifs ist das Optionsrecht: Du kannst ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen höherwertigen Tarif wechseln. Das gibt dir Spielraum, falls sich deine Lebensumstände ändern. Auch die Beitragsfreistellung bei Elternzeit (bis zu sechs Monate) ist ein nettes Feature, das dir finanzielle Luft verschafft, wenn du sie brauchst.
Wo der Tarif schwächelt: Ausland, Heilmittel, Beitragsstabilität
Der Tarif bietet eine weltweite Leistungsgarantie – aber nur für maximal zwölf Monate. Einen expliziten Zusatzschutz für längere Auslandsaufenthalte gibt es nicht. Wenn du viel reist oder planst, dauerhaft ins Ausland zu ziehen, ist das ein echter Nachteil. Hier solltest du individuell nachbessern oder Alternativen prüfen. Die Bindung an die Bundesbeihilfeverordnung bei Heilmitteln bedeutet: Physiotherapie, Logopädie oder Osteopathie werden mit 130 % der angegebenen Sätze erstattet – solide, aber kein Premium-Niveau. Auch die Kostengrenzen bei Hilfsmitteln können dich im Ernstfall teuer zu stehen kommen. Besonders kritisch: Der Tarif ist erst seit Mai 2024 am Markt. Es gibt also noch keine belastbaren Daten zur Beitragsentwicklung. Angesichts steigender Gesundheitskosten ist das ein Risiko, das du einkalkulieren musst. Die geringen Ersparnisse gegenüber der gesetzlichen Versicherung könnten sich schnell in Luft auflösen.
Für wen lohnt sich der Tarif und für wen nicht?
Der "Mein Gesundheitsschutz Best GSB 100" ist ein solider, gut ausgestatteter Tarif mit starken Leistungen vor allem im Zahn- und ambulanten Bereich. Das Upgrade-System und das Optionsrecht bieten Flexibilität, die Beitragsrückerstattung ist attraktiv, wenn du gesund bleibst. Aber: Für einen Premium-Tarif gibt es zu viele Einschränkungen. Kostengrenzen bei Hilfsmitteln, moderate Heilmittelerstattung, fehlender umfassender Auslandsschutz und vor allem die ungewisse Beitragsentwicklung sind Punkte, die du kritisch hinterfragen solltest. Hinzu kommt, dass die monatliche Ersparnis gegenüber der GKV mit 66 Euro überschaubar ist.
Unser Fazit: Wenn du einen Premium-Tarif mit langfristiger Beitragsstabilität und umfassendem Schutz – auch im Ausland – suchst, gibt es am Markt Alternativen, die vergleichbare oder bessere Leistungen zu günstigeren Konditionen bieten. Lass dich unbedingt individuell beraten und vergleiche mehrere Angebote. Achte dabei besonders auf deine persönliche Situation: Reist du viel? Planst du Kinder? Wie wichtig ist dir Beitragsstabilität? Wichtig: Triff keine übereilte Entscheidung. Eine kostenlose Erstberatung – etwa über Portale wie www.meinmakler-24.de – kann dir helfen, den wirklich passenden Tarif zu finden. Denn eins ist klar: Die private Krankenversicherung ist eine langfristige Entscheidung, bei der du nichts dem Zufall überlassen solltest.
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