29. November 2025 – Autor: Lukas Becker (PKV Experte)
Alte Oldenburger A80/100: Warum der „stabilste" PKV-Tarif jetzt wieder steigt
Du hast gerade Post von deiner privaten Krankenversicherung bekommen? Wieder eine Beitragsanpassung für 2026? Dann bist du nicht allein. Gerade der Tarif A80/A100 oder A90/100 der Alten Oldenburger sorgt für Aufregung – ausgerechnet jener Tarif, der von manchen Experten als besonders beitragsstabil angepriesen wurde. Doch die Realität sieht anders aus: 8 % Beitragserhöhung im Jahr 2026 – und das bereits zum zweiten Mal in Folge. Was steckt dahinter? Wenn du dir die Beitragsanpassung lieber erklären lässt, statt alles zu lesen: In unserem YouTube‒Video zum Alte Oldenburger A80/100 gehen wir alle wichtigen Punkte Schritt für Schritt durch – von den Leistungen über die möglichen Fallstricke bis hin zu einem ehrlichen Fazit. So bekommst du in wenigen Minuten ein klares Bild, wie du jetzt am besten handelst.
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Das Problem mit der vermeintlichen Beitragsstabilität
Jahrelang galt der A80/A90 der Alten Oldenburger in bestimmten Maklerkreisen als Musterbeispiel für Beitragsstabilität. Die Vergangenheitsdaten wurden studiert, die Empfehlungen ausgesprochen. Doch wer nur auf einen einzigen Faktor schaut – etwa die historische Beitragsentwicklung –, übersieht das große Ganze. Die Wahrheit ist: Bis vor etwa drei Jahren waren fast alle Versicherer relativ stabil. Die medizinische Inflation war moderat, die Rahmenbedingungen günstig. Doch diese Phase ist vorbei. Wer einen Tarif nur oberflächlich prüft, erlebt jetzt böse Überraschungen. Genau hier zeigt sich, warum eine mehrdimensionale Analyse so wichtig ist. Es reicht nicht, sich nur historische Beitragsverläufe anzuschauen. Die finanzielle Steuerung des Versicherers, die Tarifkalkulation und vor allem die rechtssichere Formulierung der Allgemeinen Vertragsbedingungen spielen eine zentrale Rolle.
Für wen ist dieser Artikel relevant?
Dieser Beitrag richtet sich an zwei Gruppen:
  • Bestandskunden im Tarif A80&A90/100, die sich fragen, ob ihr Tarif noch zukunftssicher ist
  • Interessenten, die gerade ein Angebot für diesen Tarif auf dem Tisch liegen haben
Wenn du zu einer dieser Gruppen gehörst, solltest du jetzt genau aufpassen. Denn neben der Beitragsentwicklung gibt es noch weitere Schwachstellen, die dir auf den ersten Blick nicht auffallen.
Die versteckten Lücken im Tarif: Was dir niemand erzählt
Eine gründliche Analyse zeigt: Der Tarif A80/A90 hat nicht nur ein Beitragsproblem, sondern auch erhebliche Lücken in den Versicherungsbedingungen. Diese Lücken werden oft übersehen – auch von vielen Maklern. Schauen wir uns die wichtigsten Punkte an:
Vorsorge ohne digitale Zukunft
Der Tarif deckt Vorsorgeuntersuchungen mit 100 % bis maximal 160 € ab, darüber hinaus mit 33 %. Soweit die Theorie. Doch digitale Gesundheitsanwendungen – also Apps und Telemedizin – sind nicht abgedeckt. In einer Zeit, in der digitale Gesundheitsversorgung zum Standard wird, ist das ein echtes Manko.
Hilfsmittel: Nur technisch, nicht biologisch
Der Tarif leistet ausschließlich für technische Hilfsmittel wie Prothesen oder Krücken. Was bedeutet das konkret? Ein Blindenhund wird nicht übernommen – er ist kein technisches Hilfsmittel. Solche Details stehen nicht in der Werbung, aber in den Versicherungsbedingungen.
Sehhilfen und Laser-OPs: Kein Rechtsanspruch
Der Tarif zahlt jährlich bis zu 160 € für Sehhilfen, darüber hinaus 33 %. Operative Sehschärfenkorrekturen werden erwähnt – doch in den Bedingungen fehlt die konkrete Formulierung für Verfahren wie LASIK. Das bedeutet: Zahlt der Versicherer, geschieht das auf freiwilliger Basis, nicht als Rechtsanspruch. Im Streitfall stehst du ohne Absicherung da.
Heilpraktiker und Osteopathie: Grauzone ohne Garantie
Der Tarif wirbt mit 100 % Erstattung für Heilpraktikerleistungen. Doch nirgendwo in den Bedingungen steht, dass nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) oder nach Hufeland abgerechnet wird. Auch Osteopathie ist nicht explizit geregelt. Was der Versicherer zahlt, beruht auf Kulanz – nicht auf deinem Recht.
Psychotherapie: Der Versicherer entscheidet mit
Bei ambulanter Psychotherapie sind zwar fünf probatorische Sitzungen ohne Zustimmung möglich, danach ist jedoch eine schriftliche Zusage des Versicherers erforderlich. Das bedeutet: Der Versicherer entscheidet mit, ob und wie lange du eine Therapie erhältst. Deine Gesundheit wird damit teilweise in fremde Hände gelegt – ein No-Go aus Sicht vieler Versicherungsnehmer.
Transportkosten: Nicht bei Gehunfähigkeit
Ambulante Transportkosten werden bei Unfall, Notfalldialyse, Chemo- und Strahlentherapie übernommen. Doch bei Gehunfähigkeit – also wenn du dich nicht aus eigener Kraft bewegen kannst – greift die Leistung nicht. Gerade in solchen Situationen wäre ein Transport aber existenziell wichtig.
Privatkliniken: Nur gesetzliches Niveau
Wer privat versichert ist, erwartet auch Privatpatientenstatus – vor allem in Kliniken. Doch der Tarif erstattet stationäre Behandlungen nur nach einfachem Satz gemäß Bundespflegesatzverordnung. Das entspricht dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Willst du in eine Privatklinik oder auf eine Spezialstation, zahlst du den Großteil selbst.
Anschlussheilbehandlung: Unmögliche Fristen
Nach einer Tumorentfernung muss eine Anschlussheilbehandlung laut Bedingungen innerhalb von acht Tagen angetreten werden. Wer nach einer Krebsoperation binnen acht Tagen reisefähig ist, darf sich glücklich schätzen. In der Praxis ist diese Frist oft nicht einzuhalten – es sei denn, du kümmerst dich noch vor der OP um eine Ausnahmeregelung. Zusätzlicher Stress in einer ohnehin belastenden Situation.
Fazit: Schöner Schein oder echte Substanz?
Der Tarif A80/A90 der Alten Oldenburger zeigt eindrucksvoll, warum du bei der Wahl deiner privaten Krankenversicherung nicht nur auf die Vergangenheit schauen solltest. Beitragsstabilität von gestern ist keine Garantie für morgen. Und selbst wenn die Beiträge stabil wären – was nützt dir das, wenn im Leistungsfall wichtige Absicherungen fehlen? Wer sich nur auf Makler-Ratings oder oberflächliche Vergleiche verlässt, übersieht oft die entscheidenden Details in den Bedingungen. Eine umfassende, mehrdimensionale Prüfung ist unverzichtbar: rechtliche Formulierungen, finanzielle Stabilität des Versicherers und Tarifsteuerung müssen zusammenpassen. Unser Tipp: Lass deinen Tarif oder dein aktuelles Angebot gründlich von einem Experten analysieren – nicht nur anhand eines Faktors, sondern ganzheitlich. Nur so kannst du sicherstellen, dass deine Versicherung auch in Zukunft hält, was sie verspricht. Denn eines ist klar: Bei deiner Gesundheit solltest du keine Kompromisse eingehen.
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