28. November 2024 – Autor: Lukas Becker (PKV Experte)
ARAG K600: So sparst du über 550 € monatlich
Stell dir vor, du könntest jeden Monat über 550 Euro sparen und dabei sogar bessere Leistungen erhalten als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber nicht – zumindest nicht für bestimmte Personengruppen. Wir zeigen dir am konkreten Beispiel eines aktuellen PKV-Tarifs, wie das funktioniert, welche Leistungen du erwarten kannst und wo die Haken liegen. Wenn du dir den Tarif lieber erklären lässt, statt alles zu lesen: In unserem YouTube-Video zum ARAG K600 gehen wir alle wichtigen Punkte Schritt für Schritt durch – von den Leistungen über die möglichen Fallstricke bis hin zu einem ehrlichen Fazit. So bekommst du in wenigen Minuten ein klares Bild, ob der Tarif wirklich zu dir passt.
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Der konkrete Fall: Von über 1.000 auf 507 Euro
Das Paket umfasst neben der Vollversicherung auch eine Pflegepflichtversicherung (Flexipro) und ein Krankentagegeld, das ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit greift und täglich 150 Euro zahlt. Versicherungsbeginn war der 1. Dezember 2025.
Was der K600-Tarif dir bietet
Stationäre Versorgung: Hier glänzt der Tarif
Im Krankenhaus zeigt sich der ARAG K600 von seiner besten Seite. Du hast freie Wahl zwischen Ein- oder Zweibettzimmer und wirst von Privatärzten behandelt. Die Erstattung erfolgt sogar über die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hinaus – ambulant bis zum 3,5-fachen Satz, stationär noch darüber. Das bedeutet: Auch höherwertige Leistungen werden problemlos abgedeckt. Weitere Pluspunkte im stationären Bereich:
  • Psychotherapie wird vollständig erstattet
  • Transportkosten bis 100 km sowie Rücktransport sind gedeckt
  • Begleitpersonen für Kinder im Krankenhaus sind mitversichert
  • Bei gemischten Einrichtungen brauchst du eine vorherige Zusage (außer in Notfällen)
Ambulante Versorgung: Hier musst du Abstriche machen
Jetzt wird es etwas komplizierter. Der Tarif arbeitet mit dem Primärarztprinzip – und das hat Konsequenzen für deine Flexibilität. Konkret bedeutet das:
  • Gehst du zuerst zum Hausarzt, werden 100 % der Kosten erstattet
  • Gehst du direkt zum Facharzt, gibt es nur 80 % Erstattung plus eine zusätzliche Selbstbeteiligung
Dieses Prinzip gilt auch für Vorsorgeuntersuchungen. Du musst also immer den Umweg über den Hausarzt nehmen, wenn du die volle Kostenerstattung haben möchtest. Weitere ambulante Leistungen im Überblick:
  • Arznei- und Verbandsmittel: 80 % bis 25.000 €, darüber hinaus 100 %
  • Heilmittel (Logopädie, Ergotherapie, Podologie): 80 % Erstattung, maximal 2.000 € pro Jahr plus 500 € Selbstbeteiligung
  • Hilfsmittel: Offener Katalog, 80 % bis 2.000 €, darüber 100 %, aber mit 500 € Selbstbeteiligung
  • Sehhilfen: Nur 150 € alle drei Jahre – ein vergleichsweise niedriger Betrag
  • Heilpraktiker: Maximal 500 € mit 80 % Erstattung – für Vielnutzer eher ungeeignet
  • Psychotherapie: 50 Sitzungen ambulant mit 80 % Erstattung, keine Genehmigung erforderlich
Zahnbereich: Gut, aber mit Einschränkungen
Bei Zahnbehandlungen werden 100 % der Kosten übernommen, bei Zahnersatz und Kieferorthopädie sind es 80 %. Allerdings gibt es hier wichtige Details zu beachten: Die Zahnstaffel begrenzt die Leistungen in den ersten Jahren:
  • Jahr: maximal 1.000 €
  • Jahr: maximal 2.000 €
  • Ab dem 6. Jahr: unbegrenzt
Zusätzlich gilt die Selbstbeteiligung von 600 € pro Jahr. Bei hochwertigen Implantaten oder Zahnersatz können daher schnell hohe Eigenanteile auf dich zukommen. Implantate sind auf maximal vier pro Kiefer begrenzt, inklusive Knochenaufbau. Die Gebührenordnung ist auf den 3,5-fachen Satz gedeckelt – darüber hinausgehende Kosten musst du selbst tragen. Wichtig: Heil- und Kostenpläne ab 2.000 € musst du vorher einreichen. Bei Nichtvorlage werden nur 50 % der Kosten erstattet.
Die Selbstbeteiligung: 600 Euro pro Jahr
Ein zentraler Punkt des Tarifs ist die jährliche Selbstbeteiligung von 600 Euro. Das bedeutet: Die ersten 600 Euro an Gesundheitskosten pro Jahr trägst du selbst. Bis zum 20. Lebensjahr ist diese Selbstbeteiligung halbiert. Der Vorteil: Bleibst du gesund, kannst du von einer erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung von 2,5 Monatsbeiträgen profitieren.
Wo der Tarif Schwächen zeigt
Bei aller Begeisterung über die Ersparnis solltest du auch die Einschränkungen kennen:
  • Auslandsschutz: Nur drei Monate, keine zusätzlichen Leistungen
  • Ambulante Hospizleistungen: Nicht enthalten
  • Kurleistungen: Nur Anschlussheilbehandlungen stationär, ambulante Kuren fehlen komplett (schlechter als GKV!)
  • Häusliche Krankenpflege: Nur Behandlungspflege, keine Grundpflege oder hauswirtschaftliche Versorgung
  • Gesundheitsapps: Nur Standardausführung erstattungsfähig
Für wen eignet sich dieser Tarif?
Der ARAG K600 ist eine interessante Option für junge, gesunde Selbstständige oder Freiberufler, die:
  • Eine deutliche Beitragsersparnis gegenüber der GKV realisieren möchten
  • Mit dem Primärarztprinzip leben können
  • Keine hohen Ansprüche an Heilpraktiker-Leistungen haben
  • Nicht auf umfangreiche ambulante Psychotherapie angewiesen sind
  • Keinen ausgedehnten Auslandsschutz benötigen
Weniger geeignet ist der Tarif für dich, wenn du:
  • Häufig direkt zum Facharzt gehen möchtest, ohne vorher den Hausarzt zu konsultieren
  • Regelmäßig Heilpraktiker-Behandlungen in Anspruch nimmst
  • Hochwertigen Zahnersatz planst und nicht Jahre warten möchtest
  • Viel im Ausland unterwegs bist
  • Umfassende Sehhilfen-Erstattung erwartest
Besondere Highlights: Flexibilität für die Zukunft
Ein cleveres Detail: Der Tarif bietet ein Flexipro-Optionsrecht, mit dem du ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen höherwertigen Tarif wechseln kannst. Das ist besonders wertvoll, falls sich deine Lebensumstände ändern oder du später mehr Leistung möchtest. Allerdings: Das Höchstaufnahmealter für den Flexipro-Zusatz liegt bei 49 Jahren. Der Tarif läuft im Unisex-Modell seit 2013, das Krankentagegeld seit 2019. Es gibt keine Wartezeiten – ein weiterer Pluspunkt für einen schnellen Wechsel.
Fazit: Solide Grundabsicherung mit klarem Sparpotenzial
Der ARAG K600-Tarif zeigt eindrucksvoll, dass sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung finanziell lohnen kann – in diesem Fall mit über 550 Euro monatlicher Ersparnis. Du bekommst eine solide Vollversicherung mit exzellenter stationärer Absicherung und ordentlichen Zahnleistungen. Die Einschränkungen im ambulanten Bereich durch das Primärarztprinzip und die eher niedrigen Erstattungen bei Heilpraktikern, Sehhilfen und ambulanten Kurleistungen sind der Preis für den günstigen Beitrag. Aber mal ehrlich: Wenn du ohnehin erst zum Hausarzt gehst, bevor du zum Facharzt überwiesen wirst, spürst du von diesen Einschränkungen kaum etwas. Mein Tipp: Mit der angekündigten Beitragsanpassung im Januar 2025 solltest du nicht zu lange warten, wenn dich der Tarif interessiert. Lass dich individuell beraten und vergleiche mehrere PKV-Angebote. Denn auch wenn die Ersparnis verlockend ist – die beste Versicherung ist die, die zu deiner persönlichen Lebenssituation und deinen Gesundheitsbedürfnissen passt. Prüf also genau, ob die Leistungen für deinen Alltag ausreichen, und rechne dir durch, wie viel Eigenanteil durch die 600-Euro-Selbstbeteiligung und die 80-Prozent-Regelungen auf dich zukommt. Dann steht einem klugen Wechsel nichts mehr im Weg.
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