17. Januar 2026 – Autor: Lukas Becker (PKV Experte)
ARAG MB0 im Check: Warum dieser PKV-Tarif teurer wird und was du jetzt wissen musst
Du bist privat versichert oder überlegst gerade, in die private Krankenversicherung zu wechseln? Dann kennst du das Dilemma: Welcher Tarif bietet wirklich gute Leistungen – und welcher entpuppt sich in ein paar Jahren als Kostenfalle? Der ARAG MB0 gehört zu den Kompakttarifen, die auf den ersten Blick attraktiv wirken. Doch lohnt sich dieser Tarif wirklich langfristig? Ein detaillierter Blick auf Leistungen, Kosten und versteckte Fallstricke zeigt, worauf du achten solltest. Wenn du dir den Tarif lieber erklären lässt, statt alles zu lesen: In unserem YouTube‒Video zum ARAG MB0 (MedBest) in 2026 gehen wir alle wichtigen Punkte Schritt für Schritt durch – von den Leistungen über die möglichen Fallstricke bis hin zu einem ehrlichen Fazit. So bekommst du in wenigen Minuten ein klares Bild, ob der Tarif wirklich zu dir passt.
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Was der ARAG MB0 verspricht und was er wirklich leistet
Der ARAG MB0 ist ein Unisex-Tarif, der seit Oktober 2019 auf dem Markt ist. Er richtet sich vor allem an Selbstständige und Angestellte, die eine solide Grundversorgung suchen – ohne allgemeine Selbstbeteiligung. Für unseren Musterkunden Max Mustermann, 35 Jahre alt, liegt der Gesamtbeitrag aktuell bei knapp 798 Euro monatlich (inklusive Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld). Nach Arbeitgeberzuschuss bleiben etwa 402 Euro Eigenanteil – im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse theoretisch eine Ersparnis von rund 240 Euro brutto. Doch Vorsicht: Diese Rechnung gilt nur vorsteuerlich. Da der Tarif zu 80 % steuerlich absetzbar ist, fällt die Nettoersparnis deutlich geringer aus. Und: Innerhalb der letzten zwei Jahre ist der Beitrag bereits um etwa 90 Euro gestiegen – ein Warnsignal, das du ernst nehmen solltest.
Die Leistungen im Überblick: Stark im Alltag, Schwächen im Detail
Auf den ersten Blick bietet der MB0 eine umfassende Absicherung:
  • Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus mit Privatarzt-Behandlung
  • 100 % Erstattung für ambulante Behandlungen, Arznei- und Verbandmittel, Heilmittel und Vorsorgeuntersuchungen
  • Zahnbehandlung zu 100 %, Zahnersatz und Implantate zu 90 %
  • Heilpraktiker-Leistungen bis 2.000 Euro jährlich
  • Psychotherapie ohne Sitzungsbegrenzung oder vorherige Zusage
  • Sehhilfen bis 600 Euro alle zwei Jahre, Laserkorrektur bis 4.000 Euro (alle 60 Monate)
Das klingt nach Rundum-Schutz. Doch bei genauerer Betrachtung zeigen sich drei kritische Schwachstellen, die du unbedingt kennen solltest.
Drei Fallstricke, die teuer werden können
1. Hilfsmittel nur zu 80 % – und das mit Haken Während viele Leistungen zu 100 % erstattet werden, liegt die Erstattung bei Hilfsmitteln bei maximal 80 %. Das Problem: Bei Kosten ab 1.000 Euro ist eine vorherige schriftliche Zusage des Versicherers erforderlich. Das bedeutet, du hast keine Rechtssicherheit, welches Hilfsmittel am Ende wirklich bewilligt wird. Bei teuren Anschaffungen wie Hörgeräten, Rollstühlen oder orthopädischen Einlagen können so schnell mehrere hundert Euro Eigenanteil auf dich zukommen. 2. Zahnstaffel bremst in den ersten Jahren Zwar werden Zahnbehandlungen zu 100 % und Zahnersatz zu 90 % erstattet – aber nur innerhalb der sogenannten Zahnstaffel. Im ersten Jahr sind das gerade mal 1.000 Euro, im zweiten Jahr 2.000 Euro, im dritten Jahr 3.000 Euro. Eine Krone kann aber leicht 2.300 Euro kosten. Brauchst du in den ersten zwei Jahren teuren Zahnersatz, musst du aus eigener Tasche zuzahlen. 3. Psychotherapie bei Heilpraktikern nicht abgedeckt Psychotherapie wird grundsätzlich zu 100 % übernommen – aber nicht bei Heilpraktikern. Suchst du also Unterstützung bei einem alternativen Therapeuten, greift diese Leistung nicht. Das kann besonders dann zum Problem werden, wenn du lange Wartezeiten bei approbierten Psychotherapeuten vermeiden möchtest.
Beitragsentwicklung: Wohin geht die Reise?
Die jüngste Beitragsanpassung im Januar 2026 war nicht die erste – und sie wird nicht die letzte sein. Innerhalb von nur zwei Jahren ist der Tarif um rund 90 Euro teurer geworden. Hochgerechnet auf die nächsten Jahre kann das zu einer erheblichen Mehrbelastung führen. Ein weiterer Punkt, der nachdenklich stimmt: Der Tarif bietet eine Pauschalleistung von 900 Euro pro Jahr – unabhängig davon, ob du Leistungen in Anspruch nimmst oder nicht. Solche Pauschalen können ein Indiz dafür sein, dass die Steuerungsmechanismen im Tarif weniger streng sind. Langfristig kann das zu höheren Beiträgen führen, weil die Versicherung weniger Anreize hat, Kosten zu kontrollieren. Zudem ist die ARAG kein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, sondern ein gewinnorientiertes Unternehmen. Das bedeutet: Du bist Kunde, nicht Mitglied – und es gibt Shareholder, die an Gewinnen interessiert sind. Das kann Einfluss auf die Beitragsstabilität haben.
Was sagt die Rechtssicherheit?
Positiv hervorzuheben: Der Tarif leistet in vielen Bereichen über die Höchstsätze der Gebührenordnung hinaus – sowohl ambulant als auch stationär. Das gibt dir Spielraum, auch teurere Behandlungen in Anspruch zu nehmen, ohne auf Restkosten sitzenzubleiben. Ebenfalls gut: Vorsorgeuntersuchungen werden zu 100 % erstattet und haben keinen Einfluss auf die Beitragsrückerstattung. Bei vielen anderen Tarifen verlierst du deinen Anspruch auf Rückerstattung, sobald du eine Vorsorgeuntersuchung einreichst – hier nicht. Bei gemischten Anstalten (z. B. medizinische Versorgungszentren) gilt: Eine Behandlung wird auch ohne vorherige Zusage erstattet, wenn es sich um einen Notfall handelt oder die Einrichtung die einzige Behandlungsmöglichkeit in der Region ist. Das sorgt für Flexibilität im Ernstfall.
Für wen lohnt sich der ARAG MB0 – und für wen nicht?
Der Tarif kann für dich passen, wenn du:
  • Eine solide Grundabsicherung ohne Selbstbeteiligung suchst
  • Wert auf freie Arztwahl und Privatbehandlung legst
  • In den nächsten Jahren keine teuren Zahnbehandlungen planst
  • Mit den Einschränkungen bei Hilfsmitteln leben kannst
Vorsicht ist geboten, wenn:
  • Du in den ersten Jahren umfangreichen Zahnersatz benötigst
  • Du auf hochwertige Hilfsmittel angewiesen bist (z. B. Hörgeräte, orthopädische Versorgung)
  • Du Wert auf langfristige Beitragsstabilität legst und Anpassungen vermeiden möchtest
  • Du eine psychotherapeutische Behandlung bei Heilpraktikern in Betracht ziehst
Fazit: Augen auf bei der Tarifwahl – und regelmäßig überprüfen
Der ARAG MB0 bietet solide Leistungen im ambulanten und stationären Bereich, hat aber durchaus seine Tücken. Die Beitragsentwicklung der letzten zwei Jahre zeigt: Dieser Tarif ist kein Selbstläufer, wenn es um Kostenstabilität geht. Die Einschränkungen bei Hilfsmitteln, die Zahnstaffel und die fehlende Heilpraktiker-Abdeckung bei Psychotherapie solltest du nicht unterschätzen. Mein Tipp: Wenn du bereits in diesem Tarif versichert bist und gerade eine Beitragsanpassung erhalten hast, lohnt es sich, die Entwicklung genau im Auge zu behalten. Prüfe, ob es Alternativen gibt, die besser zu deiner Lebenssituation passen – und die langfristig stabiler kalkuliert sind. Wenn du gerade erst überlegst, in die PKV zu wechseln, vergleiche den MB0 unbedingt mit anderen Tarifen, die womöglich bessere Steuerungsmechanismen und transparentere Kostenstrukturen bieten. Der wichtigste Takeaway: Lass dich nicht von vermeintlichen Ersparnissen blenden. Schau genau hin, wo die Leistungen eingeschränkt sind und wie sich der Beitrag in den letzten Jahren entwickelt hat oder lass dir von einem Experten helfen. Nur so kannst du einschätzen, ob ein Tarif wirklich zu dir passt und ob er auch in zehn Jahren noch bezahlbar bleibt.
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