Doch schon hier zeigen sich erste Schwachstellen: Bäder, Saunen und Ernährungstherapie sind ausgeschlossen. Für einen angeblichen Top-Tarif eine überraschende Lücke.
Hilfsmittel: Vorsicht vor der Kostenfalle
Besonders tückisch wird es im Bereich der Hilfsmittel. Zwar wirbt der Tarif mit einem offenen Hilfsmittelkatalog und 100 Prozent Erstattung – klingt großzügig. Doch ab 2.000 Euro Rechnungsbetrag ist zwingend eine vorherige schriftliche Zusage erforderlich.
Was bedeutet das konkret? Stell dir vor, du benötigst nach einem Unfall hochwertige Krücken für 2.800 Euro. Reichst du die Rechnung einfach ein, ohne vorher die Zusage einzuholen, kann die Concordia die Erstattung auf das Hilfsmittel kürzen, das sie über ihren eigenen Bezug gewählt hätten – vielleicht nur 1.500 Euro. Die Differenz zahlst du aus eigener Tasche.
Sehhilfen: Deutlich unter modernem Standard
Hier offenbart sich eine weitere Schwäche des Tarifs: Für Brillen gibt es maximal 200 Euro jährlich, darüber hinaus bis zu 50 Prozent. Das reicht nicht einmal für ein vernünftiges Brillengestell mit Gläsern. Was noch schwerer wiegt: Laser-Operationen zur Sehschärfenkorrektur sind überhaupt nicht abgedeckt. Für einen Tarif, der sich als Premium-Lösung positioniert, ist das schlichtweg inakzeptabel.
Psychotherapie: Begrenzt und mit Genehmigungspflicht
Im Bereich der ambulanten Psychotherapie leistet der Tarif zunächst 50 Sitzungen pro Kalenderjahr ohne vorherige Genehmigung. Das klingt erst einmal vernünftig. Doch ab der 51. Sitzung ist eine vorherige Zusage erforderlich – die Versicherung entscheidet dann mit, ob und wie lange deine Behandlung weitergehen darf.
Moderne Top-Tarife verzichten komplett auf solche Begrenzungen, gerade in sensiblen Bereichen wie der psychischen Gesundheit. Hier zeigt sich erneut: Die Concordia möchte steuern und lenken, statt dir freie Hand bei der besten Behandlung zu geben.