01. November 2025 – Autor: Lukas Becker (PKV Experte)
PKV mit Cashback: Lohnt sich der NK Select XL Bonus der Hallesche wirklich?
Du überlegst, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln? Dann kennst du sicher das Problem: Die Beiträge klingen oft erstmal abschreckend hoch. Doch was, wenn du einen Teil davon einfach zurückbekommen könntest – Jahr für Jahr, solange du gesund bleibst? Genau das verspricht der NK Select XL Bonus der Hallesche. Ein cleveres Modell für alle, die selten zum Arzt gehen? Oder ein Tarif mit versteckten Tücken? Wir haben uns das Angebot genauer angeschaut und zeigen dir, was wirklich drin steckt. Wenn du dir den Tarif lieber erklären lässt, statt alles zu lesen: In unserem YouTube-Video zum Hallesche NK Select XL Bonus gehen wir alle wichtigen Punkte Schritt für Schritt durch – von den Leistungen über die möglichen Fallstricke bis hin zu einem ehrlichen Fazit. So bekommst du in wenigen Minuten ein klares Bild, ob der Tarif wirklich zu dir passt.
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So funktioniert das Cashback-Prinzip
Der NK Select XL Bonus ist kein gewöhnlicher PKV-Tarif. Das Besondere: Du bekommst jeden Monat 100 Euro Cashback, wenn du keine Leistungen in Anspruch nimmst. Das sind satte 1.200 Euro im Jahr, die dir als Beitragsrückerstattung gutgeschrieben werden. Klingt verlockend – und ist tatsächlich eine interessante Option für alle, die in guter gesundheitlicher Verfassung sind. In der Praxis funktioniert das Ganze wie eine Art Selbstbeteiligung: Du finanzierst kleinere Behandlungen zunächst aus deinem Bonus vor, bevor die Versicherung einspringt. Gehst du im ganzen Jahr nicht zum Arzt, landet das Geld auf deinem Konto. Hast du dagegen Behandlungskosten, wird der Bonus entsprechend verrechnet. Ein konkretes Beispiel: Ein 32-jähriger Angestellter zahlt 787,57 Euro brutto im Monat. Sein Arbeitgeber steuert 393,04 Euro bei, sodass nur noch 394,53 Euro netto übrig bleiben. Mit dem Cashback von 100 Euro monatlich sinkt die effektive Belastung auf unter 300 Euro – ein durchaus attraktiver Preis für umfassenden Versicherungsschutz. Wichtig zu wissen: Die Bonuszahlung wird über den betrieblichen Zuschuss mitfinanziert, was den Tarif vor allem für Angestellte interessant macht. Zusätzlich zum Basis-Cashback gibt es eine gestaffelte Beitragsrückerstattung, die sich Jahr für Jahr steigert: Nach zwei Jahren ohne Leistungsbezug gibt es einen Monatsbeitrag zurück, nach fünf Jahren sogar bis zu drei Monatsbeiträge. Wer also dauerhaft gesund bleibt, profitiert doppelt.
Was der Tarif im Detail leistet
Ambulante Behandlungen: Solide Grundversorgung mit kleinen Einschränkungen
Bei ambulanten Behandlungen übernimmt die Hallesche 100 Prozent der Kosten – ein echter Pluspunkt. Auch Telemedizin ist mitversichert, sodass du Arztgespräche und sogar Krankschreibungen bequem digital erledigen kannst. Vorsorgeuntersuchungen werden ebenfalls vollständig erstattet und wirken sich nicht auf deine Beitragsrückerstattung aus – du kannst also zur Krebsvorsorge oder zum Check-up gehen, ohne deinen Bonus zu gefährden. Arznei- und Verbandsmittel? Kein Problem, auch patentgeschützte Medikamente sind ohne Einschränkungen dabei. Heilmittel wie Logopädie, Ergotherapie oder Podologie werden zu 100 Prozent übernommen, allerdings gibt es hier einen Haken: Das Heilmittelverzeichnis ist nicht offen. Das bedeutet, dass nicht alle Therapieformen automatisch abgedeckt sind und du im Einzelfall Kostenrisiken tragen könntest. Ein echter Bonus: Sehhilfen bis zu 450 Euro alle zwei Jahre und sogar Laser-Operationen zur Sehkorrektur mit bis zu 2.500 Euro pro Auge. Besonderheit: Ändert sich deine Dioptrienzahl innerhalb von zwei Jahren, erneuert sich der Leistungsanspruch – praktisch für alle mit schwankender Sehstärke. Aber Achtung bei Naturheilverfahren: Hier zeigt sich eine klare Schwäche des Tarifs. Zwar sind Heilpraktikerleistungen mit 80 Prozent und maximal 2.400 Euro jährlich dabei, doch das Hufelandverzeichnis fehlt. Diese umfassende Liste erlaubter Naturheilverfahren ist in vielen Top-Tarifen Standard – hier musst du mit Einschränkungen leben. Bei der ambulanten Psychotherapie gibt es einen dauerhaften Selbstbehalt von 10 Prozent, dafür ist die Sitzungsanzahl unbegrenzt und du brauchst keine Vorabgenehmigung. Schutzimpfungen nach STIKO-Empfehlung sind drin, Auslandsimpfungen allerdings stark begrenzt.
Stationär: Privatpatient mit Sternchen
Im Krankenhaus wirst du wie ein Privatpatient behandelt: Einbettzimmer und Chefarztbehandlung sind Standard. Die Gebührenordnung geht sogar über die Höchstsätze hinaus, was bedeutet, dass auch teurere Behandlungen abgedeckt sind. Ein cleveres Feature: Das Ersatzkrankenhaustagegeld. Verzichtest du auf dein Einbettzimmer, gibt's 20 Euro pro Tag extra. Verzichtest du komplett auf die gesonderte Unterkunft, sind es 50 Euro. Und wer auf die Privatarztbehandlung verzichtet, kassiert sogar 60 Euro täglich – eine nette Möglichkeit, etwas Geld zu sparen, wenn du ohnehin mit einem Mehrbettzimmer zufrieden bist. Aber auch hier gibt es einen wichtigen Hinweis: Die Versorgung in Privatkliniken ist begrenzt auf Kosten nach dem Bundespflegesatzverordnungsgesetz sowie Fallpauschalen. In besonders teuren Privatkliniken können dadurch Zusatzkosten auf dich zukommen. Außerdem musst du bei gemischten stationären Behandlungen eine vorherige Genehmigung einholen – außer in Notfällen. Positiv: Transportkosten wie Rettungsfahrten werden zu 100 Prozent erstattet, ambulante Operationen ebenso. Eine Begleitperson für dein Kind bis zum 16. Lebensjahr wird vollständig übernommen, und auch stationäre Hospizleistungen sind versichert.
Zähne: Guter Schutz mit zeitlicher Staffelung
Die zahnärztliche Versorgung ist solide: Zahnbehandlungen zu 100 Prozent, Zahnersatz, Inlays, Implantate inklusive Knochenaufbau sowie Kieferorthopädie jeweils zu 90 Prozent. Die Gebührenordnung entspricht den höchsten Sätzen – gut, wenn du Wert auf hochwertige Materialien legst. Allerdings gibt es eine Zahnstaffel, die vor allem in den ersten Jahren greift:
  • 1. Jahr: maximal 1.500 Euro Leistung
  • 2. Jahr: maximal 3.000 Euro
  • 3. Jahr: maximal 4.500 Euro
  • 4. Jahr: maximal 6.000 Euro
  • Ab dem 5. Jahr: ohne Limitierung
Wer also in den ersten Jahren größere Zahnarbeiten plant, muss mit Zuzahlungen rechnen. Zusätzlich gilt: Ab einem Rechnungsbetrag von 2.500 Euro muss ein Heil- und Kostenplan vorgelegt werden. Vergisst du das, werden nur 50 Prozent der Mehrkosten erstattet – bei großem Zahnersatz kann das richtig teuer werden.
Was sonst noch wichtig ist
Der Tarif kommt ohne klassische Selbstbeteiligung aus, dafür mit dem beschriebenen Bonusmodell. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre, danach kannst du mit drei Monaten Frist zum Ende des Versicherungsjahrs kündigen. Bei Vorversicherung entfallen die Wartezeiten komplett. Weltweiter Schutz für sechs Monate ist inklusive, samt Rücktransport. Praktisch für alle, die beruflich oder privat viel reisen. Und wenn sich deine Lebensumstände ändern, kannst du ohne Gesundheitsprüfung in andere Tarife der NK Select Tariflinie wechseln. Für frischgebackene Eltern interessant: Neugeborene können beitragsfrei mitversichert werden, wenn du mindestens acht Monate im Tarif bist und die Nachversicherung innerhalb von zwölf Monaten beantragst. Kuren und Reha-Maßnahmen sind ebenfalls umfassend abgedeckt, mit Zusatzleistungen von bis zu 20 Euro pro Tag für maximal 28 Tage.
Für wen lohnt sich dieser Tarif wirklich?
Der NK Select XL Bonus ist ein durchdachter Tarif für gesundheitsbewusste Angestellte, die von der Kombination aus Arbeitgeberzuschuss und Cashback profitieren wollen. Die Leistungen sind solide, der Beitrag bleibt stabil, und wer selten zum Arzt geht, kann richtig sparen. Aber: Es gibt auch klare Grenzen. Das fehlende Hufelandverzeichnis ist ein echtes Manko für Fans von Naturheilverfahren. Die Einschränkungen bei Heilmitteln können zu unerwarteten Kosten führen, und wer Wert auf uneingeschränkten Zugang zu Privatkliniken legt, sollte genau hinschauen. Auch die Zahnstaffel kann in den ersten Jahren zum Problem werden, wenn größere Behandlungen anstehen. Unser Tipp: Analysiere ehrlich deinen Gesundheitszustand und deine Ansprüche. Bist du jung, fit und gehst maximal zur Vorsorge zum Arzt? Dann ist der Tarif eine clevere Wahl. Brauchst du häufig alternative Heilmethoden oder planst teure Zahnbehandlungen? Dann solltest du Alternativen prüfen. Ein unabhängiges Beratungsgespräch hilft dir, den Tarif zu finden, der wirklich zu dir passt – und nicht nur auf dem Papier gut aussieht.
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