11. November 2024 – Autor: Lukas Becker (PKV Experte)
Signal Iduna Exklusiv-Plus 0:
Warum dieser PKV-Tarif nicht hält, was er verspricht
771 Euro im Monat für eine private Krankenversicherung – das klingt nach Premiumschutz. Doch ein genauer Blick auf den Tarif Exklusiv-Plus 0 der Signal Iduna zeigt: Glänzende Leistungen auf dem Papier bedeuten nicht automatisch sorgenfreien Rundum-Schutz. Gerade in wichtigen Bereichen wie Zahnersatz, Psychotherapie und Heilmitteln lauern versteckte Einschränkungen, die am Ende teuer werden können. Für wen sich dieser Tarif trotzdem lohnt – und wer besser die Finger davon lässt. Wenn du dir den Tarif lieber erklären lässt, statt alles zu lesen: In unserem YouTube-Video zum Signal Iduna Exklusiv-Plus 0 gehen wir alle wichtigen Punkte Schritt für Schritt durch – von den Leistungen über die möglichen Fallstricke bis hin zu einem ehrlichen Fazit. So bekommst du in wenigen Minuten ein klares Bild, ob der Tarif wirklich zu dir passt.
HUK-COBURG Komfort 0 Tarif-Prüfung
Was der Tarif auf den ersten Blick bietet
Der Exklusiv-Plus 0 richtet sich an Kunden, die aus der gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV wechseln möchten. Mit einem monatlichen Gesamtbeitrag von 771,21 Euro erhältst du eine Vollversicherung inklusive Krankentagegeld ab dem 43. Tag (150 Euro täglich) und Pflegepflichtversicherung. Davon sind etwa 80 Prozent der Krankenversicherung und 100 Prozent der Pflegeversicherung steuerlich absetzbar – ein Punkt, den du unbedingt mit deinem Steuerberater durchrechnen solltest. Die Grundausstattung liest sich zunächst solide: Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus, freie Arztwahl, Privatbehandlung, 100 Prozent Erstattung bei Zahnbehandlungen und immerhin 90 Prozent bei Zahnersatz. Auch Heilpraktiker, Naturheilverfahren und ein offener Hilfsmittelkatalog sind mit dabei. Es gibt keine allgemeine Selbstbeteiligung, und ambulante Behandlungen sowie Vorsorge werden zu 100 Prozent übernommen. Besonders interessant: Die Beitragsrückerstattung wird anteilig ausgezahlt, selbst wenn du Leistungen in Anspruch nimmst. Das bedeutet, dass eingereichte Rechnungen lediglich den Erstattungsbetrag mindern, du aber nicht komplett leer ausgehst. Im ersten leistungsfreien Jahr gibt es 600 Euro zurück, im zweiten 750 Euro und im dritten sogar 900 Euro. Dazu kommt nach mehreren schadenfreien Jahren eine erfolgsabhängige Beitragserstattung von zwei Monatsbeiträgen.
Die versteckten Schwachstellen: Wo es richtig teuer wird
Heilmittel nur nach Liste und mit 20 Prozent Eigenanteil Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie – all das wird nur zu 80 Prozent erstattet. Und zwar ausschließlich nach einer vom Versicherer vorgegebenen Liste. Das schränkt deine Therapiefreiheit erheblich ein und kann bei regelmäßigem Bedarf spürbar ins Geld gehen. Gerade für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder nach Unfällen wird das schnell zum Kostenfaktor. Psychotherapie: Bürokratie statt schneller Hilfe Ambulant sind bis zu 50 Sitzungen abgedeckt, stationär ebenfalls. Klingt erstmal gut – doch ab der 31. Sitzung brauchst du eine erneute Genehmigung durch die Versicherung. In Zeiten, in denen psychische Erkrankungen zunehmen und Therapieplätze ohnehin rar sind, ist das eine unnötige Hürde. Wer auf längere therapeutische Begleitung angewiesen ist, steht hier vor einem echten Problem. Sehhilfen: 300 Euro alle zwei Jahre – das war's Für Brillenträger wird es eng: Alle zwei Jahre bekommst du maximal 300 Euro Zuschuss. Bei hochwertigen Brillen mit entsprechender Entspiegelung und Dünnschliff reicht das oft nicht mal für die Gläser. Für operative Sehkorrekturen gibt es nach drei Jahren bis zu 1.500 Euro – besser als nichts, aber auch hier können die tatsächlichen Kosten deutlich darüber liegen.
Zahnersatz: Hier wird's richtig kompliziert
Der Zahnbereich ist die größte Schwachstelle dieses Tarifs. Obwohl 90 Prozent Erstattung versprochen werden, gibt es gleich mehrere Einschränkungen: Die Implantat-Falle Pro Implantat erstattet die Signal Iduna maximal 1.250 Euro – und zwar nur für Material- und Laborkosten. Gerade bei vollkeramischen Kronen, die heute Standard sind, bleibst du auf einem erheblichen Eigenanteil sitzen. Ein hochwertiges Implantat kann schnell 3.000 Euro und mehr kosten. Das Stempelheft-Problem Die vollen 90 Prozent gibt es nur, wenn du jährlich zur Prophylaxe gehst – und das per Stempelheft nachweist. Ja, richtig gelesen: Ein Stempelheft. In Zeiten digitaler Patientenakten wirkt das nicht nur altmodisch, sondern ist für Berufstätige mit wenig Zeit ein echter Stolperstein. Vergisst du den Termin oder den Nachweis, sinkt die Erstattung auf 75 Prozent. Um wieder auf 90 Prozent zu kommen, dauert es bis zu zwei Jahre regelmäßiger Kontrollen. Die Zahnstaffel bremst in den ersten Jahren Brauchst du direkt nach Vertragsabschluss umfangreichen Zahnersatz, wird's teuer:
  • 1. Jahr: maximal 750 Euro
  • 2. Jahr: insgesamt 1.500 Euro
  • 3. Jahr: 3.000 Euro
  • 4. Jahr: 4.500 Euro
Erst danach gibt es die vollen Leistungen. Wer also mit einer bereits angegriffenen Zahnsituation in die PKV wechselt, sollte sich darauf einstellen, in den ersten Jahren deutlich draufzuzahlen.
Heil- und Kostenplan ab 2.000 Euro Pflicht Bei Behandlungen über 2.000 Euro musst du vorab einen Heil- und Kostenplan zur Genehmigung einreichen. In der Praxis bedeutet das: Bürokratie, Wartezeit und die Unsicherheit, ob alles durchgewunken wird. Zwar erlaubt der Tarif die Abrechnung über Höchstsätzen, doch die Planungspflicht kann den Behandlungsstart verzögern.
Was sonst noch wichtig ist
Auslandsschutz nur eingeschränkt Rücktransporte sind abgedeckt, weitere Auslandsleistungen jedoch nicht. Wer häufig reist oder längere Zeit im Ausland verbringt, sollte zusätzliche Bausteine abschließen. Kuren und Reha nur teilweise Anschlussheilbehandlungen werden übernommen, klassische Kuren und Reha-Maßnahmen jedoch nur eingeschränkt. Für Menschen mit chronischen Leiden kann das zum Problem werden. Begleitpersonen bei Kindern Familienfreundlich: Begleitpersonen für Kinder unter zehn Jahren im Krankenhaus erhalten bis zu 25 Euro pro Tag für maximal 14 Tage. Flexibler Einstieg Die Aufnahme ist bis zum Alter von 67 Jahren möglich – ein Pluspunkt für ältere Wechselwillige. Die Mindestlaufzeit beträgt zwei Jahre, beim Krankentagegeld ein Jahr.
Was bleibt unterm Strich?
Dank Arbeitgeberzuschuss zahlst du als Kunde etwa 385,60 Euro aus eigener Tasche – eine Ersparnis von rund 187,70 Euro monatlich gegenüber der gesetzlichen Versicherung mit 573,30 Euro. Aufs Jahr gerechnet sind das etwa 2.252 Euro brutto. Klingt verlockend, doch die Rechnung geht nur auf, wenn du die Schwachstellen des Tarifs akzeptieren kannst. Die Signal Iduna ist ein etablierter, stabiler Anbieter auf dem PKV-Markt. Die anteilige Beitragsrückerstattung auch bei Leistungsinanspruchnahme ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal. Doch die massiven Einschränkungen bei Heilmitteln, Psychotherapie und vor allem im Zahnbereich machen diesen Vorteil schnell zunichte. Für wen ist dieser Tarif geeignet?
  • Menschen mit gesunden Zähnen, die zuverlässig zur Prophylaxe gehen
  • Versicherte, die selten Heilmittel benötigen
  • Kunden, die keinen langfristigen psychotherapeutischen Bedarf haben
Wer sollte Alternativen prüfen?
  • Alle, die bereits absehbaren Zahnersatzbedarf haben
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen, die regelmäßig Physio oder Ergo brauchen
  • Personen mit psychischen Vorbelastungen
  • Brillenträger mit hohen Ansprüchen
Dein nächster Schritt: Lass dich unabhängig beraten und vergleiche mindestens drei bis vier Tarife verschiedener Anbieter. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern vor allem darauf, wo deine persönlichen Risiken liegen. Ein günstiger Beitrag nützt wenig, wenn du im Ernstfall tief in die eigene Tasche greifen musst. Die beste PKV ist die, die zu deinem Leben passt – ohne Kompromisse an den falschen Stellen.
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